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Geschichte

Der Flurname «TSCHÄPPERLI» ist unter verschiedenen Schreibweisen längst bekannt. Auch der Rebbau wird dort seit Jahrhunderten betrieben. Zunächst war dieser hinterste Teil des Aescher Klustales Bestandteil des Klushofes. Seit 1619 gehörte der Hof und «dessen Zugehört» zum Erblehen der Familie Blarer von Wartensee. Als Lehensträgerin hatte sie dem fürstbischhöflichen Lehensherrn in Pruntrut jährlich zur Herbstzeit einen Zins von fünf Saum «Cluserwein vom Vorschuss also süess von der Trotten....», «Sodann uf Martini fünf Pfund Stebler und vier Zinshühner» zu leisten.

Rechtliche Grundlage bildete das Lehensrecht, das in zahlreichen Spielarten bis zum Einmarsch der Franzosen ins Fürstbistum Basel anno 1792 Geltung besass. Als Repräsentanten der alten Ordnung mussten Lehensherr und Lehensträger fliehen. Ihre Güter wurden beschlagnahmt und zum Verkauf ausgeschrieben. Der damalige Stammhalter der Familie wurde auf die Emigrantenliste gesetzt und ist in den zeitgenössischen Urkunden als «Refugiant Blarer» registriert.

Anfangs des 19. Jhdts wurde der grösste Teil der enteigneten Güter zurückerstattet oder konnten für billiges französisches Papiergeld, die sogenannten Assignaten von der Familie zurückgekauft werden. So auch das Tschäpperli mit seinen damals 2-3 ha Reben. Es folgten der neuen Rechtsordnung entsprechend erbrechtliche Teilungen. Jeder Erbe wollte sich Parzellen in verschiedenen Lagen sichern. Eine gemeinsame Betriebsführung war nur in bescheidenen Ansätzen möglich.

Die Jahre der allgemeinen Niederganges des Rebbaues trafen auch die Tschäpperlireben empfindlich. Bisher nicht bekannte Rebkrankheiten und die Ungunst der Witterung setzten den Reben zu. Flächen wurden reduziert, unter den Rebbauern herrschte zunehmende Mutlosigkeit.

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts gelang es nach anfänglichen Rückschlägen, die Reben im Tschäpperli in einer Hand zu vereinigen,  die Anbauflächen in drei Etappen auf den heutigen Stand von 3,4 ha auszudehnen und einen modern gefährten Betrieb aufzubauen. Dabei wurden auch die alten Rebsorten «Gutedel» und «Elbling» nach und nach durch andere Sorten ersetzt.

Das Tschäpperli gehört  seit 1990 Dieter von Blarer und Steffi Wirth von Blarer. Die Betriebsführung liegt seit über 20 Jahren bei Ulrich und Barbara Bänninger-Zurflüh.